Wenn man dauernd «aus einem Programmfenster fällt»

Es kann in jedem Programm passieren und unter jeder Windows-Version. Angenommen, Sie arbeiten gerade an einem Tabellenblatt, in einem Word-Dokument oder machen gerade irgendwelche Eingaben in einer Mail oder auf einer Webseite. Das Symptom: Plötzlich stresst Windows Sie mit Fehlertönen: «Ding! Ding! Ding!» Es weiss von einer Sekunde auf die andere nicht mehr, welchem Programmfenster Ihre Eingaben gelten. Das Fenster, in dem Sie gerade vorhin noch erfolgreich etwas eingetippt haben, ist nicht mehr aktiv – es hat den sogenannten Fokus verloren.

Fokussieren wir uns mal auf den Fokus

Das Programm- oder Explorer-Fenster, in dem Sie gerade arbeiten, das aktive Fenster, ist normalerweise jenes mit dem Fokus. Es kann auch immer nur ein einziges Fenster den Fokus haben. Solange das Fenster den Fokus hat, ist es jenes, das sich für alle Tastatureingaben zuständig fühlt, bis es den Fokus verliert. Ein Fokusverlust erfolgt normalerweise, indem der Nutzer schlicht ein anderes Fenster wählt, entweder per Tastenkombination Alt+Tab oder indem er ein anderes Fenster anklickt. 

Welches Fenster den Fokus hat, sehen Sie normalerweise am Titelbalken. Die Fenster ohne Fokus zeigen meistens eine etwas blassere Schrift und weniger kräftige Farben. Unter Windows 10 mit den hier gewählten dezenteren Farbeinstellungen ist es nur schwach zu erkennen. Das Fenster ohne Fokus (links) zeigt die Fenstersymbole und den Titel «Explorer» in Grau, jenes mit Fokus in Schwarz.

In Windows 7 ist beim Fenster ohne Fokus (oben) ebenfalls die Farbe der Titelleiste etwas weniger kräftig. Ausserdem erkennen Sie es klar am 3D-Effekt und der roten Farbe der Fenstersymbole in der oberen rechten Ecke: Trägt ein Fenster das Schliessen-X auf einem roten Feld, ist es das aktive Fenster.

Neben dem direkten Fokuswechsel durch den Benutzer gibt es noch andere Arten, wie ein Fenster den Fokus verlieren kann. Wenn Sie z.B. in Word eine Einstellung öffnen, gibt das Word-Hauptfenster den Fokus ans Einstellungsfenster ab, bis Sie jenes wieder schliessen.

Auch spontan aufpoppende Programmfenster haben die Eigenschaft, anderen Fenstern den Fokus zu klauen. Etwa ein Popup aus einem Instant Messenger. Oder das Popup, das über ein Windows- oder sonstiges Software-Update informiert. Oder das Popup des Virenscanners, der einen Virus findet oder seinen wöchentlichen geplanten Scanbericht abgeben will. Oder ein Erinnerungspopup Ihres Desktop-Kalenders.

Unerklärlicher Fokusverlust

Aber was, wenn Ihre aktiven Fenster aus heiterem Himmel den Fokus verlieren, also ohne ersichtlichen Grund? Wenn Sie an einem Notebook arbeiten, kann es sein, dass Sie während des Tippens versehentlich mit dem Ärmel oder dem Handgelenk aufs Touchpad kommen. Je nach Touchpad-Empfindlichkeit kann Windows dies bereits als Aufforderung verstehen, den Cursor anderswo zu platzieren – und den Fokus anderswo hin zu verlagern.

Meistens ist aber ein im Hintergrund laufendes Programm schuld. Unter Verdacht stehen Virenscanner, Zubehörtools zu Grafikkarten, Cloudspeicher-Verwaltungsprogramme wie OneDrive oder Google Drive – im Prinzip also alles, was bei Windows im Autostart stehen könnte.

Ihnen bleibt beim Finden der Ursache nur, durchzuprobieren. Schalten Sie alle Autostartprogramme aus. Tipps hierzu siehe im Artikel «Wo finde ich die Autostart-Einträge?». Jene, die Sie nicht dauernd im Hintergrund gestartet brauchen, können Sie gleich deaktiviert lassen. Bei den Diensten und Programmen, die Sie gerne aktiv hätten, schalten Sie einmal ein erstes ein und starten den PC neu. Arbeiten Sie ein Weilchen wie gewohnt am PC. Wenn er den Fokus nicht mehr verliert, schalten Sie das nächste Hintergrundprogramm hinzu und probieren weiter, bis der Verursacher gefunden ist.

Lassen Sie diesen entweder wieder deaktiviert oder suchen Sie bei dessen Hersteller nach einem Programm-Update. (PCtipp-Forum)

 

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